Supervision

Vorbereitung

Sofern nicht vorgegeben ernennt die Gruppe einen Moderator, der folgende Aufgaben hat:

● Auf die Zeit achten
● Auf die Struktur achten
● Fälle aufnehmen (am Flip-Chart)
● Einige Kern-Fragen stellen

Der Moderator kann nicht gleichzeitig Fallgeber sein, darf also im Folgenden keine Fälle einbringen.

Im nächsten Schritt muss ein Thema für die kommenden 70 Minuten gefunden werden:

Der Moderator fragt in die Runde nach konkreten Fällen, die die Teilnehmer besprechen möchten. Jeder potentielle Fallgeber schildert seinen Fall in 1 Minute und gibt dem Fall dann einen Namen (1-2 Worte), den der Moderator am Flip-Chart notiert. Das geschieht so lange, bis keine Fälle mehr genannt werden bzw. 10 Minuten vergangen sind.

Im Anschluss verteilt jeder Teilnehmer drei Punkte auf die Fälle, die er gerne bearbeiten würde. Der Fall mit den meisten Punkten gewinnt. Die Person, die den Fall eingebracht hat, ist im Folgenden der Fallgeber.

Durchführung

Allgemeines: Es ist wichtig darauf zu achten, dass jeder Block 10 Minuten nicht überschreitet. Außerdem dürfen – außer in den Blöcken „Fragen zum Fall“ (2) und „Reflexion“ (7) – je Block immer nur der Fallgeber oder nur die Gruppe sprechen!

1. Beschreibung des Falls durch Fallgeber – die Gruppe schweigt! [10 min]
Der Moderator fordert den Fallgeber auf, den Fall in seinen eigenen Worten möglichst genau in 10 Minuten zu schildern. Wenn der Fallgeber mit seiner Beschreibung fertig ist oder 10 Minuten vergangen sind beendet der Moderator mit der Frage: „Gibt es noch etwas wichtiges, was wir über den Fall wissen müssen?“
2. Fragen zum Fall durch Gruppe – Gruppe fragt, Fallgeber antwortet [10 min] Der Moderator bittet die Gruppe, Fragen zum Fall zu stellen. Der Fallgeber antwortet entsprechend. Der Moderator fragt den Fallgeber: „Könntest Du bitte Deine Frage an die Gruppe – bezüglich des Falls – noch einmal kurz formulieren?“ – Diese Frage sollte der Moderator notieren! Nach den Fragen bittet der Moderator den Fallgeber hinter einer Metaplanwand Platz zu nehmen, zuzuhören und darauf zu achten, was in ihm selbst beim Zuhören vorgeht.
3. Hypothesenbildung durch Gruppe – Fallgeber schweigt [10 min]
Die Gruppe bildet alle Hypothesen, die ihr zum geschilderten Fall einfallen. Eine Person (nicht der Moderator!) hält alle Hypothesen auf dem Flip-Chart fest. Der Moderator fordert den Fallgeber auf, wieder ans Flip-Chart zu kommen.
4. Stellungnahme durch Fallgeber – Gruppe schweigt [10 min]
Der Fallgeber geht die aufgestellten Hypothesen am Flip-Chart eine nach der anderen durch und nimmt jeweils Stellung dazu. Die Gruppe schweigt und hört zu! Nach den Fragen bittet der Moderator den Fallgeber hinter einer Metaplanwand Platz zu nehmen, zuzuhören und darauf zu achten, was in ihm selbst beim Zuhören vorgeht.
5. Handlungsoptionen durch Gruppe – Fallgeber schweigt [10 min]
Die Gruppe überlegt gemeinsam, welche Handlungsoptionen der Fallgeber im besprochenen Fall hat. Alle Optionen, die die Gruppe findet werden am Flip-Chart notiert. Der Moderator fordert den Fallgeber auf, wieder ans Flip-Chart zu kommen.
6. Stellungnahme durch Fallgeber – Gruppe schweigt [10 min]
Der Fallgeber geht die Handlungsoptionen Punkt für Punkt am Flip-Chart durch und nimmt Stellung dazu. Der Moderator fragt abschließend den Fallgeber: „Wurde Deine Frage hier hinreichend beantwortet?“ – Frage von der Notiz am Anfang nochmal vorlesen.
7. Reflexion – Fallgeber und Gruppe [10 min]
Die Gruppe spricht darüber, wie das Format für sie funktioniert hat, welche Dinge leicht und welche schwer gefallen sind. Der Fallgeber reflektiert darüber, wie er damit umgegangen ist, dass 60 Minuten über ihn und seinen Fall gesprochen wurde.

Gerald Fiesser, Martin Heider & Fabian Schiller
https://www.coachreflectionday.org/